Liebe Tierfreunde,

 

und wieder sind einige Wochen ins Land gegangen. Der goldene Herbst ist wie schon der Sommer nicht besonders golden gewesen. Auf dem Gnadenhof werden die Tage jetzt immer kürzer. Und mit beginn der Dunkelheit verschwinden alle Tiere so nach und nach in ihre Behausungen. Die Zwerghühner sitzen eng aneinander gekuschelt auf der Stange, die Ponys stehen in ihren Ställen (manchmal guckt noch ein Schweif ums Eck ), die Ziegen und Schafe lümmeln in den Häuschen oder liegen in ihrer Etagenwohnung, die Gänse und Enten stecken den Kopf unter die Federn und die gefiederten kleinen Freunde schaukeln oder sitzen auf den Stangen. Einzig die großen Pferde haben auch im Dunkeln den Kopf im Heu und futtern. Unsere Aga hat es ja vor einiger Zeit wieder heftig erwischt. Wahrscheinlich ist sie ausgerutscht und hingefallen, jedenfalls hat sie sich am Bein ziemlich doll verletzt. Da wir aber einen sehr guten Tierarzt und ganz couragierte und liebevolle Mitglieder haben, ist sie bereits auf dem Weg der Besserung. Außerdem ist unsere Aga so ein Seelenpferd, sie lässt alle Behandlungen ganz brav über sich ergehen und schluckt sogar die ekligste Medizin. Aber ihr hättet ihr Gesicht dabei sehen müssen, jedes Mal eine Show.

Könnt ihr euch noch an den schlimmen Sturm vor ein paar Wochen erinnern? Der ist einem Schwan zum Verhängnis geworden. Er flog so friedlich mit seinem Schwarm, als ihn eine heftige Böe erfasste und abtrieb. Dann bekam er noch eine Styroporplatte an den Kopf geknallt, was ihn völlig ausgeknockt hat und so stürzte er ab und knallte gegen einen Traktor. Sein Glück war, dass der Fahrer ein guter Mensch war, der Schwani, wie er bei uns hieß, nicht seinem Schicksal, sondern unserem Sandro überließ. Und noch mal Glück hatte er, denn an diesem Tag war gerade der Tierarzt bei uns auf dem Gnadenhof und konnte ihm eine Spritze verpassen, damit seine Gehirnerschütterung keinen großen Schaden hinterlassen hat. Des einen Glück, des anderen Leid. Unser Darko hätte wahrscheinlich liebend gerne auf die Anwesenheit des Tierarztes verzichtet, verlor er doch zur gleichen Zeit seine Männlichkeit. Doch zum Glück geht es beiden inzwischen wieder prächtig. Nachdem Schwani wieder gesund und munter war, bekam er noch ein kostenloses Taxi zu den Trostädter Teichen. Dort angekommen sprang er gleich ins Wasser, schaute sich noch einmal dankbar um, schwamm los und begann zu fressen.

Neulich war auch Tag des Sportes bei den Ziegen angesagt. Die Heubälle wurden auf die Hörner genommen und in hohem Bogen durchs Gehege geschossen. Da war richtig Aktion angesagt, so einen Einsatz siehst du sonst nur beim TSV. Dafür hat sich unser Eddy neulich nicht mit Ruhm bekleckert. Unsere Susi brachte unseren Enten ihr Futter und Eddy wollte unbedingt etwas abhaben. Da es aber für Alpakas ungesund ist hat sie ihm nichts davon gegeben. Da war er so sauer, dass er sie von oben bis unten angespuckt hat. Unsere arme Susi hat so fürchterlich gestunken, dass sie den Rest des Tages allein war, weil es  niemand in ihrer Nähe aushalten konnte. Aber wer kann ihnen schon lange böse sein.

An einem der wenigen sonnigen Herbsttagen hatten wir mal alle Pferde und Ponys zusammen auf einer Koppel. Das war so wunderschön anzusehen, wie die Kinder sind sie gesprungen und haben sich gejagt und fröhlich gewiehert. Sogar unsere alte Nicola hat versucht, mitzuhalten. Nur unsere Chantal bringt so leicht nichts aus der Ruhe, solange es was zu Fressen gibt. Blacky hat sich vor lauter Pferdeglück voller Hingabe im Schlamm gewälzt und war so für einen Tag wirklich mal schwarz. Und wenn ihr ab und zu mal auf der Wiese ein weißes Pferd mit Reiter seht, dann ist das ganz sicher nicht der Schimmelreiter, sondern unsere Daniela auf Gitano. Der darf ja leider nicht auf die Koppel, weil er kein Gras verträgt, aber ab und zu muss er sich auch mal etwas bewegen, und bei Daniela lässt er das zu.

So, ihr Lieben, das war es wieder mal an Neuigkeiten vom Gnadenhof. Wie immer möchten wir uns an dieser Stelle wieder bei allen bedanken, die uns auch in den letzten Wochen wieder geholfen haben, unsere Tiere optimal zu versorgen, sei es mit Geldspenden ,Futterspenden oder Lagermöglichkeiten für unser dringend benötigtes Heu, durch Sachspenden oder auch mal ein nettes anerkennendes Wort für uns und unsere Arbeit. Vielen vielen lieben Dank. Bis zum nächsten Mal, bleibt bitte gesund und uns gewogen. Euer Gnadenhofteam.